Elektrofachbetrieb · Gräfelfing bei München Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr +49 89 244 117 350

Startseite › Blog › Stromspeicher erklärt

Stromspeicher für Zuhause einfach erklärt

Wie ein Batteriespeicher mit einer Photovoltaikanlage zusammenspielt, wie er dimensioniert wird und welche Grenzen er beim Thema Notstrom hat.

Techniker installiert einen Wechselrichter für einen Stromspeicher
Passende Leistung Stromspeicher Übersicht Alle Ratgeber-Beiträge

Wie ein Stromspeicher mit der PV-Anlage zusammenarbeitet

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom dann, wenn die Sonne scheint — nicht zwangsläufig dann, wenn im Haushalt der meiste Strom gebraucht wird. Ein Batteriespeicher gleicht diesen zeitlichen Versatz aus: Tagsüber wird überschüssiger Solarstrom, der gerade nicht verbraucht wird, in den Speicher geladen, statt ihn sofort ins Netz einzuspeisen. Am Abend, wenn der Verbrauch steigt, die PV-Anlage aber kaum noch Ertrag liefert, wird der gespeicherte Strom wieder freigegeben. Technisch übernimmt das ein Wechselrichter beziehungsweise Batteriewechselrichter, der Ladung und Entladung steuert und mit der PV-Anlage sowie dem Hausnetz kommuniziert.

Eigenverbrauchsquote: Was der Begriff eigentlich bedeutet

Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms auch selbst verbraucht wird, statt ins Netz eingespeist zu werden. Ohne Speicher liegt dieser Anteil bei den meisten Haushalten deutlich unter der Hälfte, weil viel Solarstrom mittags anfällt, wenn wenig verbraucht wird. Ein passend dimensionierter Speicher kann diesen Anteil spürbar erhöhen, weil überschüssiger Mittagsstrom nicht verloren geht, sondern für den Abend vorgehalten wird. Wichtig ist die Unterscheidung zur Autarkiequote, die beschreibt, wie unabhängig ein Haushalt insgesamt vom öffentlichen Netz ist — beide Kennzahlen hängen zusammen, meinen aber nicht dasselbe.

Speichergröße im Verhältnis zu PV-Anlage und Verbrauch

Ein überdimensionierter Speicher bringt wenig, wenn die PV-Anlage ihn an sonnenarmen Tagen gar nicht voll laden kann, und ein zu kleiner Speicher ist an sonnigen Tagen schon mittags voll, während weiterhin Solarstrom ungenutzt eingespeist wird. Die sinnvolle Speichergröße orientiert sich deshalb am Zusammenspiel aus PV-Anlagenleistung, typischem Tagesverbrauch und dem Verbrauchsmuster am Abend. Ein Haushalt mit hohem Abend- und Nachtverbrauch profitiert von anderen Speichergrößen als einer, der viel tagsüber verbraucht.

Installationsort und Sicherheit

Batteriespeicher werden meist im Keller, Hauswirtschaftsraum oder in der Garage installiert. Wichtig sind ein trockener, temperaturstabiler Standort, ausreichend Abstand zu leicht entzündlichen Materialien und die Einhaltung der Herstellervorgaben zu Belüftung und Aufstellbedingungen. Die elektrische Anbindung an Zählerschrank und Wechselrichter sowie die passende Absicherung gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, ebenso wie die Einhaltung der geltenden Installationsnormen.

Notstrom: Was ein Standard-Speicher kann — und was nicht

Ein weit verbreitetes Missverständnis: Ein Batteriespeicher schützt nicht automatisch vor einem Stromausfall. Die meisten Standard-Speicher sind netzgekoppelt und schalten sich bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen ebenfalls ab, damit keine Rückspeisung ins abgeschaltete Netz erfolgt. Eine echte Ersatzstrom- oder Notstromfunktion, die einzelne Stromkreise auch bei Netzausfall weiterversorgt, erfordert zusätzliche Technik wie eine Ersatzstromfähigkeit des Wechselrichters und eine entsprechende Umschalteinrichtung. Wer das als Ziel hat, sollte das explizit bei der Planung angeben — es ist keine automatische Zusatzfunktion jeder Speicherlösung.

  • Speichergröße im Zusammenspiel mit PV-Leistung und Abendverbrauch wählen, nicht isoliert
  • Eigenverbrauchsquote und Autarkiequote sind unterschiedliche Kennzahlen
  • Trockenen, temperaturstabilen Installationsort mit ausreichend Abstand einplanen
  • Notstromfähigkeit ist eine gesonderte Anforderung, keine Standardfunktion
  • Elektrische Anbindung und Absicherung gehören in Fachhände

Ein Stromspeicher verschiebt Solarstrom in den Abend — Schutz vor einem Stromausfall bietet er nur, wenn er gezielt dafür ausgelegt ist.

Ob und in welcher Größe sich ein Stromspeicher für Ihr Zuhause lohnt, hängt stark von Ihrer PV-Anlage und Ihrem Verbrauchsprofil ab. Wir beraten Sie gerne, welche Lösung — mit oder ohne Notstromfunktion — zu Ihrem Vorhaben passt.